Chaîne-Familienfest - Déjeuner Amical – Deutsch-Schweizer Begegnung Solstice d`Étè mit dem Chörli

Sonntag, 17. Juni 2018 - Bailliage Baden-Schwarzwald


40 Jahre Inzlinger Wasserschloss, 40 Jahre in der Chaîne des Rôtisseurs: „Die Behas“, welch ein wunderbarer Familienbetrieb ! Wo gibt es schon mit Patron Sepp Beha, ausgebildeter Bariton, einen singenden Wirt? Tochter Simone kocht, ihre Schwester leitet den Service. Die Mutter, immer präsent! Und eine wunderbar romantische Location im Grenzgebiet von Deutschland und der Schweiz, die sich immer wieder junge Paare für Ihre Hochzeit aussuchen.

Bailli Dr. Oliver Klein (er gab sein Debut), Bailli hon. Prof. Michaela Dickgießer (sie hatte das Thema „Freundschaft“ zu ihrem Jahresmotto gemacht), und Bailli régional Dr. Thomas Kuhn hatten in traumhafter Kulisse zum „Solistice  d`Étè“ eingeladen, eine gemeinschaftliche deutsch-schweizer Veranstaltung der Bailliagen Baden-Schwarzwald und Bâle-Campagne.

Einmalig und einzigartig das „Chörli“, rund 20 Schweizer Chormitglieder der Chaîne des Rôtisseurs. Das gibt es nirgendwo auf der kulinarischen Weltkugel. Maître Hôtelier Fritz Keller aus Oberbergen hatte die passenden Weine geliefert, perfekt zum Menü abgestimmt, l´accord parfait! Damit waren beste Voraussetzungen für einen vergnüglichen, musikalisch-kulinarisch-vinophilen Nachmittag gegeben. Simone Beha, sie war erst kürzlich auf dem Grand Chapitre in Regensburg inthronisiert worden, entpuppte sich als wahre Verstärkung für die Chaîne und zeigte Ihr Können:

„Tatar von der Dorade auf Avocado, Wildkäutersalat im Asia-Fond“. Die reife, cremige Avocado harmonierte perfekt mit der geschmeidigen, frischen Dorade.

„Gebratene Langustine in eigener Bisque mit jungen Erbsen“, ein absoluter Höhepunkt. Die zarte Langustine auf den Punkt gebraten, sehr schön im Glas präsentiert. Eine konzentrierte Bisque im Dialog mit süßlichen jungen Erbsen. Köstlich!

„Rosa gebratener Rehrücken, Portwein-Jus, Pfifferlinge, getrocknete Feigen, geschmorte Tomaten, Gnocchetti“. Einen wunderbar zarten Rehrücken, dennoch kernig und „mit Biss“. Während andere Köche mit molekularen Techniken versuchen, Eindruck zu erzeugen, waren hier, fast wie selbstverständlich, die Feigen im Portweinjus das „Aha“- Erlebnis. Der Jechtinger Enselberg, ein Spätburgunder („der“ Klassiker zum Reh), passte unnachahmlich.

„Brillat Savarin, in Pfeffer mit Lavendelhonig“. Dieser ungemein weiche, sahnig-cremige Kuhmilchkäse mit weißem Flaum verdankt übrigens seinen Namen dem berühmten Schriftsteller und ersten Restaurantkritiker(!) Brillat Savarin. Die leichte Säure des Käses korrespondierte in diesem Gang perfekt mit dem Lavendelhonig.

Das Süße zum Schluss, ein köstliches Finale: „Sablet von Nougat und Himbeeren an Vanilleschaum“.

Sepp Behas musikalischer Zwischengang mit wunderschönen Liedern von Mozart bis Schubert war ein Hochgenuss!

„Schön, dass es solche Familienbetriebe auf diesem Niveau noch gibt“ resümierte Dr. Gerhard Dickgießer, Vice Conseiller Gastronomique hon., „hier wird nicht nur regional, sondern auch jahreszeitlich gekocht. Junge Erbsen, junges Reh, Pfifferlinge, Lavendel (der blüht jetzt) oder Himbeeren sind die besten Zeugnisse. Schön, dass sich Simone Beha nicht von kurzlebigen Gastro-Modeerscheinungen leiten lässt, sondern auf klassische Tradition setzt, aber mit ihrem Gefühl für Raffinesse immer wieder überraschende Momente setzt. Gratulation !“

Dr. Ing. Gerhard Dickgießer, Vice Conseiller Gastronomique hon.

Inzlinger Wasserschloss

Riehenstraße 5, 79594 Inzlingen