Köstlich und kostbar in Paderborn vom 16. – 17. 6.2018 - Dîner Maison bei Stefan Bergschneider

Samstag, 16. Juni 2018 - Bailliage Westfalen-Lippe


Wer behauptet, Paderborn sei nur „schwarz“ wegen der vielen Kirchen und sakralen Einrichtungen, wird auf der Stelle eines besseren belehrt. Farbenprächtig und lebenswert haben ein Wochenende lang knapp 50 Personen, Chaîne-Freunde und ihre Gäste eine schöne, historische und moderne, gastfreundliche Stadt erlebt.

Natürlich beginnt man so etwas mit einer Stadtführung, die einen Überblick verschaffen kann und Wünsche weckt, für weitere Exkursionen.

Ein Muss ist natürlich der hohe Dom mit seinem erkennbaren Übergang der Romanik zur Gotik. In seinem Kreuzgang findet man u.a. das Dreihasenfenster.

Zwischen Kaiserpfalz und Dom  findet man die älteste Hallenkirche Deutschlands, die Bartholomäuskapelle, ein Kleinod byzantinischer Baukunst von 1017, in  der es wegen ihrer außergewöhnlichen Akustik und dem langen Nachhall zu einem spontanen, gesanglichen Trio des Canons „Dona Nobis Pacem“ unserer Consœurs Barbara Schnaas, Jutta Samariter und Brigitte Kertesz kam. Ein unvergesslicher Stimmen-Auftritt der besonderen Art. Um 15:30 Uhr endete der Rundgang im romanischen Kreuzgang der Jerusalemkirche (Busdorf) von 1036.

Hier empfing uns bei strahlendem Sonnenschein Stefan Bergschneider mit Servicekraft und eisgekühltem Champagner mit Canapées. Der Dompropst hatte diesen feudalen Auftritt der ehrwürdigen Feinschmeckerbruderschaft der Chaîne vorher „abgesegnet“, vermittelt durch Confrère Bernd Cassau.

Der Abend begann „im Freien“ des Restaurants Bobberts mit einem spritzigen Cocktail und exzellenten Amuses, modern und adäquat, wie es die gläserne Passage vor dem Restaurant  vorgibt.

Zum Dîner Maison gab es ebenfalls ein fein auf den anspruchsvollen Gast abgestimmtes Menü, beginnend mit Hamachi – Monkey 47 – Lachs – Erbse – Olivenerde – Fenchel – Dill.

Die folgenden Spargelspitzen mit Bio-Ei wachsweich und Kartoffelstampf mit Morchel waren so gut, dass sie in der Beliebtheit der Gäste auf den zweiten Rang kamen. Eine Pause - bestehend aus einem mit Champagner aufgefüllten Sorbet – sehr köstlich – führte  dann zum Favoriten des Abends, einem Onglet, butterweich geschmort und in einer großen, ausgehöhlten Zwiebel, präsentiert auf einem Salzbett, mit Urkarotte. Verblüffend gut und die Präsentation äußerst natürlich. Nach dem  wunderbaren Dessert gab es nur lobende Worte für den Patron und seine Equipe und dem hohen Niveau seiner Küchenleistung. Die Weinauswahl war gut und der Riesling von Markus Molitor ein Volltreffer.

Das Chaîne-Wappen in Bronze mit Gastgeschenk und Blumen für Vanessa Bergschneider sowie Urkunden für Küche und den fleißigen und wendigen Service war Dank der Chaîne des Rôtisseurs. Wir nehmen das sympathische Haus Bobberts gern und mit Überzeugung in die Confrérie auf!

Am nächsten Morgen am 17. Juni machte sich nach dem Frühstück eine erwartungsfrohe Gruppe auf, das Museum für sacrale Kunst zu besuchen. Confrère Bernd Cassau, Gold- und Silberschmied und Kirchendesigner hat eine Leidenschaft für kostbare Exponate, vornehmlich liturgische Geräte. Er hatte bereits in jungen Jahren damit begonnen, Prachtstücke dieses Genre zu sammeln. Unvergesslich: Eine Maske des Erlösers, aus weißem, transluzilem Marmor von hinten beleuchtet; eine Madonna von 1470 aus der Schule Tilmann Riemenschneiders; eine goldene Monstranz von Engeln flankiert, nur einige Kostbarkeiten seien hier erwähnt.

Bernd Cassau hat uns verzaubert mit seiner Leidenschaft und dafür bekommt er ein großes

Dankeschön sowie den Silberteller der Chaîne für sein Engagement. Wir kommen gern wieder! 

Paderborn und seine freundlichen Menschen sind mehrere Reisen wert.

Text: Ingrid Barbara Seite-Naroska, Vice Chargée de Presse

Photos: Günter Naroska, Bailli und Harald Bertlich, Vice Chargé de Missions Hon.