Die Bailliage Mittelrhein zu Besuch in der Mühlenhelle

Sonntag, 25. Juni 2017 - Bailliage Mittelrhein


Getreu dem Vorhaben, in diesem Chaîne-Jahr die weit verzweigten gastronomischen Schätze unserer Bailliage zu ergründen, fanden wir im Juni den Weg nach Dieringhausen. Der kleine Ortsteil von Gummersbach, immerhin fünfzig Kilometer von Köln entfernt, liegt in einer Gegend von hohem landschaftlichem Reiz, die aber kulinarisch eher dünn besiedelt ist. Die anmutige Mühlenhelle, Restaurant, Bistro, Vinothek und kleines Hotel zugleich, ist da mit ihrem Michelin-Stern eine rühmliche Ausnahme. Sie wird seit zehn Jahren von Birgitta und Michael Quendler betrieben.

Quendler, Meisterkoch mit österreichischen Wurzeln, hat sich im Gourmet-Restaurant der modernen europäischen Küche verschrieben und gibt im Bistro der Küche seiner Heimatstadt Klagenfurt die Sporen. Für das Déjeuner der Chaîne stellte er ein fünfgängiges Menü zusammen, das beide Welten geschickt miteinander vereinte. Sommelière Birgitta Quendler schaffte es, dazu punktgenau die passenden Weine zu kredenzen. 

Zum Empfang mit Champagner Pommery Brut „Springtime“ Rosé auf der Terrasse gab es Lachstatar, Gänseleberpraline und Gaspacho im Gläschen. Dann nahmen wir an den elegant gedeckten Tischen Platz. Als leichter, frischer Auftakt kam Atlantik-Hummer mit Erbsen-Variation, Pfifferlingen und Pfirsich, begleitet von einem 2016 Weißburgunder von Ehmoser aus dem Wagram. Ebenfalls österreichischer Herkunft war der 2014 Grüne Veltliner Alte Reben von Markowitsch, der deftige Kasnudeln mit Petersilie und Spargel begleitete. Lachsforelle und Zander paarten sich im gemeinsamen Rondo als Einlage zu einer klaren Bouillabaisse mit Salicorn wozu ein 2015 Riesling Frühtau trocken vom Nahe-Weingut Emrich-Schönleber trefflich passte.

Filet und Backe vom deutschen Rind waren ein köstlicher Fleischgang serviert mit Lauch, Tomate und Pinienkernen und von einem kraftvollen 2011 Vet Rooi Olifant begleitet, einem Rotwein von Markus Schneider aus seinem Weingut im südafrikanischen Stellenbosch. Mit einem „Mühlenhelle Kaiserschmarrn Deluxe“ ging das Mahl zu Ende; dazu gab es eine 2010 Cuvée Beerenauslese von Korell von der Nahe.

Bailli Dieter Ullsperger war bei der abschließenden Laudatio mit Restaurantkritiker Joachim Römer einer Meinung: Ein feines, bodenständiges Menü mit regionalen Produkten und mit österreichischem Akzent, gewürzt mit eleganten Weinen und von einer höchst liebenswürdigen Brigade serviert. Das Trinkgeld fiel mehr als reichlich aus.

Vor dem Déjeuner besuchte eine Gruppe interessierter Eisenbahnfreunde das nur wenige Schritte entfernte historische Bahnbetriebswerk, das jetzt „Eisenbahnmuseum Dieringhausen“ heißt. Dort bewahrt ein Verein engagierter Bahner die in Deutschland seltene Anlage nebst historischen Fahrzeugen aus der Region. Vorstandsmitglied Volker Eisenhauer gab einen Blick hinter die Kulissen und zeigte als Höhepunkt das Schmuckstück der Sammlung, die Dampflok Waldbröl. Sie zieht den historischen Zug „Bergischer Löwe“, mit dem an Sonntagen auch Familien mitfahren können. 

Text und Fotos: Joachim Römer, Vice Chargé de Presse

Die Mühlenhelle
Restaurant, Bistro, Vinothek, Hotel
Hohler Straße 1, 51645 Gummersbach-Dieringhausen,

Tel. (02261) 29 00 00
www.muehlenhelle.de