Kulinarik im Inzlinger Wasserschloss - Kunst in der Fondation Beyeler

Freitag, 25. August 2017 - Bailliage Baden-Schwarzwald


Bailli Michaela Dickgießer bleibt ihrem Motto „L´Amitié“  treu und hat es wieder einmal mit Bravour geschafft, zwei unterschiedliche Gesellschaften, die Chaîne des Rôtisseurs Bailliage Baden-Schwarzwald und den Förderkreis der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, -beide mit höchstem Anspruch-, zu vernetzen und Synergien freizusetzen. Im vollbesetzen Bus ging es gemeinsam von der  Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe nach Basel zur international renommierten Fondation Beyeler in Riehen. Für manche gehört es zu den schönsten Museen der Welt: großzügig und lichtdurchflutet die Räumlichkeiten, überschaubar die Sammlung und das Gebäude harmonisch eingebettet in eine gestaltete Natur. Der Stararchitekt Renzo Piano konnte sich hier ein Denkmal setzen.

Große Ehre: Der Direktor des Museums, Sam Keller, öffnete, nur für uns, das Museum früher und ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich zu begrüßen und in das Werk des in Berlin lebenden Fotokünstlers Wolfgang Tillmanns einzuführen.

Er ist der populärste deutsche Künstler seiner Generation. Selbst die Tate Modern widmete ihm Anfang dieses Jahres eine prächtige Werkschau. Seine Lebensgeschichte ist eines dieser Märchen, wie sie die neunziger Jahre schrieben. Bekannt wurde Tillmans in den frühen 1990er Jahren mit heute ikonischen Bildern über das Lebensgefühl einer ganzen Generation, geprägt von unbeschwertem Freiheitsdrang und der Lust, das Leben im Moment zu genießen. Doch schon bald erweiterte er den Fokus und nutzte das Experimentieren mit den Mitteln der Fotografie zum Erfinden einer neuen Bildsprache. Über New York hat er den internationalen Durchbruch geschafft. Wer hätte besser als Frau Prof. Dr. Pia Müller-Tamm, die Direktorin der Kunsthalle Karlsruhe, uns sein Werk, das Konzept seiner minutiös kalkulierten fotografischen Arrangements näher bringen können?  Sie hat sich schließlich wie wohl keine Zweite mit seinem Werk identifiziert und auseinandergesetzt.

Wie ein Fotokünstler mit unterschiedlichen Objektiven und Motiven spielt und experimentiert, spielt und experimentiert Sepp Beha, ein Grandseigneur der Chaîne, im Inzlinger Wasserschloss mit Aromen und Produkten. Und was für ein Augenschmaus: Das Wasser mit den vielen Seerosen rund ums Wasserschloss erinnert an die großformatigen Seerosenteichbilder von Jean-Claude Monet, die sonst in der Fondation Beyeler an prominenter Stelle hängen. Auch im Schloss ein wunderbares historisches Ambiente. Das denkmalgeschützte Gemäuer, der  Wassergraben drum herum, das stilvoll-elegante Interieur...Da wundert es nicht, dass das Schloss das örtliche Standesamt beheimatet und bei unserem Besuch im Halbstundentakt von jungen Paaren auch in Anspruch genommen wurde.

Sepp Behas Klasse lässt sich auf dem Teller sehen und schmecken: Grillierte Carabiniera Gambas auf weißem Zwiebelkonfit an sommerlichen Salaten. Pochierter Kabeljau im Safran Ingwerfond mit schwarzen Tagliatelle (Fisch ist Behas große Stärke!). Rosa gebratenes Kalbsfilet an Kalbsbäckchen-Sauce mit Artischokengemüse und Polenta-Taler. Und zum Finale 36 Monate alten Compté mit Walnussbrot und Chutney sowie als Dessert geeiste Topfencreme mit Sommerbeeren. Man spürt: Hier ist man von Tiefkühlkost und Konservierungsstoffen Lichtjahre entfernt.

Von der Küche auf die Bühne: Um alle Sinne voll zu machen brillierte zum Abschluss Sepp Beha als „singender Wirt“, unter anderem mit Arien von Mozart  sowie "Im Prater blüh'n wieder die Bäume" von Robert Stolz, aber auch mit einem romantischen Schubert-Lied, das die tröstliche und kraftspendende Wirkung von Kunst im Allgemeinen und Musik im Besonderen besang. Beha hat dabei spürbar viel Herzblut und viel von sich in seine schöne Bariton-Stimme gelegt – und diese Authentizität macht ihn durchaus zu einem heimlichen Star der regionalen Musikszene. Er ist und bleibt, gemeinsam mit seiner lieben Frau Sybille und den beiden Töchtern Simone in der Küche und Stephanie im Servicebereich, eine Institution. Wir kommen alle gerne wieder!

Fazit: Viele neue, ganz unterschiedliche Eindrücke ! Neue und herzliche Freundschaften ! Ein ganz besonderer Tag!


Dr. Ing. Gerhard Dickgießer
Vice Conseiller Gastronomique


Restaurant Inzlinger Wasserschloss
Familie Beha
Riehenstr. 5
79594 Inzlingen
Tel +49 7621 47057
[email protected]
www.inzlinger-wasserschloss.de