Metropole Frankfurt am Main - Ein kulinarischer Gastgeber mit Offenheit und Toleranz

Sonntag, 11. Juni 2017 - Bailliage National


90. Grand Chapitre d’Allemagne

Die gesamte Region ist als ein bedeutendes Zentrum in Europa bekannt für Internationalität, Wachstum, Kreativität und Innovation. Das permanente Zusammentreffen von Historie und Modernität, von Finanzwelt, Industrie und Tourismus, von hessischer Mentalität und rund 180 Nationen und Kulturen prägt die Stadt und ihr Umland.

Im Auftrag unseres Präsidenten Yam Atallah eröffnete das 90. Grand Chapitre d’Allemagne Benoît Fragnière, Chancelier du Bailliage Suisse. Fragnière sagte: „Der Confrèrie der Chaîne des Rôtisseurs schulden wir großen Dank. Als Mitglied erleben wir mit ihr und durch sie besondere Geschmacksmomente, fördern Freundschaft und Kameradschaft, vertiefen das Wissen um kulinarische Vielfalt. Wir ehren damit unsere professionellen Consoeurs und Confrères und zeigen unsere Anerkennung für ihr großes Können.“

Willkommensabend, 11. Mai 2017:

In den Vorstandsräumen des Lufthansa Aviations Centers begrüßten uns Consoeur Christina Unger und Confrère Gerhard Beck. Eine riesige Mannschaft war mit Sack und Pack von Seeheim nach Frankfurt gezogen um fast 170 Mitglieder zu verwöhnen. An 4 Stationen erwarteten zahlreiche kulinarische Kontraste alle Gäste. Von Food Change im Foyer über Avant Garde im Aufsichtsratssaal zu Fiesta auf dem Balkon und am Ende zu Basic in die Lounge -  es war wunderbar durch alle Bereiche zu flanieren und dabei fantastische Ausblicke, viele Gespräche und unterschiedliche Köstlichkeiten zu genießen.

Flughafen Rundfahrt, 12. Mai 2017:

Zur rush-hour erlebten wir alle 2 Minuten einen Start oder Landung aus nächster Nähe. Beeindruckend wie ein 560 Tonnen Jumbojet abhebt. Was haben eine Hummel und ein Jumbo gemeinsam: „Beide können eigentlich nicht fliegen“. So unterhaltsam versetzte uns der versierte Guide immer wieder ins Staunen: Wußten Sie dass jeden Tag ein Frachtflieger voll Mangos am Frankfurter Flughafen eintrifft? Beim anschließenden formidablen Déjeuner mit hessischem Spargel wurde noch viel über die Eindrücke gesprochen. Confrère Klaus Böhler ließ es sich nicht nehmen uns persönlich zu umsorgen und so war es uns eine ausgesprochene Freude, ihm und seinem Team für die Gastfreundschaft herzlich zu danken.

Kloster Eberbach, 12. Mai 2017:

Am Freitag fuhren wir mit dem Bus und 49 Teilnehmern in den Rheingau nach Kloster Eberbach, einer Zisterzienserabtei, die 1136 gegründet wurde. Dort wurden wir von zwei Damen empfangen, die uns durch die Klosteranlage, Gebäude und den historischen Weinkeller führten. Wir besichtigten auch die kolossalen Klostergewölbe, die als Kulisse für manchen internationalen Spielfilm dienten. Zudem gewährten uns die Damen einen sehr guten Einblick in das damalige Klosterleben. Danach brauchten wir aber eine Stärkung und so ging es mit dem Bus weiter zum Mittagessen nach Schloss Johannisberg, dem ältesten Riesling-Weingut der Welt. Dort begrüßte uns unser Maître Restaurateur Jochem Joosten in der Schlossschänke. In lockerer Atmosphäre wurde uns als Vorspeise eine Meerrettich-Lachs-Terrine mit Gurkennudeln und Wildkräutersalat serviert. Dazu gab es wahlweise einen Johannisberger Riesling oder vom Weingut G.H. von Mumm einen Weißburgunder. Auch der Assmannshäuser Spätburgunder, der zum Hauptgang eingeschenkt wurde, war vom gleichen Weingut. Wir genossen einen Kalbstafelspitz mit grüner Soße und Bratkartoffeln. Nachdem wir uns bei Herrn Joosten, der weißen und schwarzen Brigade bedankt hatten, fuhren wir beschwingt zurück nach Frankfurt.

Stadtbesichtigung, 12. Mai 2017:

Die historische Stadtbesichtigung wurde durch unseren Argentier d’Allemagne, Michael Zacharias und dessen Ehefrau Susanne begleitet, der es sich als echter „Frankfurter Bub“ nicht hat nehmen lassen, diesen Ausflug zu führen. Der ausgezeichnete und ausgesprochen gut gelaunte Stadtführer des Fremdenverkehrsamtes hat die Gruppe an Orte in der Altstadt geführt, die in den üblichen Stadtführern eher nicht erwähnt sind, und hat hierzu äußerst interessante Informationen geliefert, die selbst für manchen Frankfurter neu waren. Nach der etwa 2-stündigen Führung gab es bei Confrère Engels im Restaurant Fisch-Franke ein kleines Dejeuner mit Anklängen an die Frankfurter Küche. So gab es zum Hauptgang zum Beispiel Backfisch mit Frankfurter „Grüne Soße“.

Wolkenkratzer Tour Frankfurt, 12. Mai 2017:

 „Mainhattan“ und seine „Wolkenkratzer“ zu Fuß erkunden – den Stadtteil der Hochhäuser, Banken und Versicherungen in Frankfurt am Main – das war das Thema unseres zweistündigen Streifzugs durch die Innenstadt. Vierzehn Teilnehmer/innen, darunter mehrere Architekturfachleute, machten sich gut gelaunt und voller Erwartung auf den Weg. Los ging’s am haushohen EURO-Zeichen auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem  Euro Tower, ehemals Sitz der Europäischen Zentralbank, bevor diese in ihr neues EZB-Hochhaus im Ostend umzog. Als Wolkenkratzer wird in Frankfurt ein Hochhaus ab 150 m Höhe, ohne Antenne, definiert. Davon gibt es bis dato vierzehn fertiggestellte in der Stadt, weitere sind in Planung. Das höchste dieser Kategorie ist, so wurde uns erläutert, das Commerzbank-Hochhaus mit einer Höhe von 259 m, erbaut 1997, gefolgt vom Messeturm mit 256 m.

Till Fischer, unser junger Stadtführer, erläuterte auf charmante und kurzweilige Art die Entstehungsgeschichte der zahlreichen Hochhäuser in der Mainmetropole, während wir durch die Straßenschluchten schlenderten. So erfuhren wir, dass der Silberturm, langjährige Zentrale der Dresdner Bank, als erster Wolkenkratzer der Stadt gilt, und dass der Bau des legendären Campanile am Hauptbahnhof seinerzeit am Veto einer einzelnen Nachbarin scheiterte. Als einer der architektonisch schönsten Türme, da war sich unsere Gruppe einig, wurde das Japan Center angesehen, mit seiner terrakottafarbenen Natursteinverkleidung. 

Der Höhepunkt unserer Wolkenkratzer Tour war der Rundblick von der Besucherterrasse des  200 m hohen Maintowers  auf die Skyline von Frankfurt, auf den Main und in die Ferne bis zum Taunus. Nach diesen zahlreichen Eindrücken der modernen Technik und Architektur kam das zünftige Mittagessen im urigen, typisch frankfurterischen Wirtshaus 12 Apostel mit Eiern in Grüner Soße und Bratkartoffeln, dazu Äppelwoi (Apfelwein) besonders gut an.

Workshop von Graf von Faber-Castell, 12. Mai 2017:

Die Collection Graf von Faber-Castell hat sich bei Liebhabern hochwertiger Schreibkultur aufgrund besonderer handwerklicher Verarbeitung und ausgesuchter Materialien eine Ausnahmestellung erobert. Bei diesem sehr interessanten und abwechslungsreichen Kurs haben alle Teilnehmer viele nützliche Tipps erhalten. So war es erstaunlich wie einfach es sein kann Einladungen, Tisch- oder Menükarten mit handgeschriebenen Teilen aufzuwerten. Noch erstaunlicher war, dass jede Handschrift ihre eigene Schönheit besitzt, welche durch eine gleichmäßige Schreibweise und ein paar kleine Kniffe einen großen Effekt erzielt. Bei diesem Schreibkurs standen sehr viele verschiedene Schreibgeräte aus dem Haus Graf von Faber-Castell zur Auswahl. Es ist erstaunlich dass Jeder seinen Stift und seine Feder hat, dies stellten alle Teilnehmer erstaunt nach 2-3 Stunden fest. Dieser Kurs hat nicht nur viel Spaß gemacht sondern allen Teilnehmern sehr viel Wissen vermittelt.

Dîner Amical Tigerpalast, 12. Mai 2017:

Am Abend besuchten wir den Frankfurter Tigerpalast mit seinem internationalen Varietéprogramm. Doch zuvor begrüßten uns die Confrères Robert Mangold und Christoph Rainer, beide Maître Rôtisseur, im Tiger-Gourmet-Restaurant. Nach einem unterhaltsamen Sektempfang nahmen wir unsere Tischplätze ein und genossen ein 4 Gänge-Menü, bestehend aus einer ungestopften Bio-Gänseleber, einem gebeizten isländischen Kabeljau, einem Perlhuhn in der Karkasse gebraten und einem Himbeer-Rhabarber-Dessert. Dazu gab es unter anderem eine Riesling Spätlese vom Weingut Robert Weil und einen Frühburgunder vom Weingut Rudolf Fürst. Nach dem Essen ging es ins Varieté-Theater. Wir sahen verschiedene Jonglagen, lauschten einem Wortakrobaten und waren fasziniert von den Trapez-, Seil- und Stangenartisten in der Kuppel des Tigerpalastes. Der absolute Höhepunkt des Abends jedoch war ein llusionist, der mit seinen unfassbaren Zaubereien das Publikum begeisterte. Dieser wundervolle Abend wird uns lange in Erinnerung bleiben.

Dîner Amical Opera, 12. Mai 2017:

Die alte Oper, das prächtige und kulturelle Wahrzeichen Frankfurts, beherbergt in der 1. Etage das Restaurant Opera. Knapp 100 Gäste waren begeistert vom prunkvollen, fast 5 m hohen, Gastraum mit detailreichen Ornamenten im Stil der Neorenaissance. Aber zuerst gibt es zum Champagnerempfang mit Lanson auf die Terrasse. Die fantastischen Ausblicke auf skyscraper und das bunte Treiben auf dem Opernplatz faszinierte viele Mitglieder. Das Menü überzeugte alle Gäste auf das Vorzüglichste, neben den perfekt ausgewählten Weinen wurden am Ende auch die liebevolle Tischdekoration und der umsichtige Service besonders gelobt. Ein unvergesslicher Abend wurde uns von einem sehr jungen Team in vollendeter Weise bereitet.    

Dîner Amical Silhouette, 12. Mai 2017:

So einfach ist es, eine gleichwohl exzellente Veranstaltung umzusetzen, wenn Profis mit Leidenschaft und Können am Werke sind. Bailli Michel Prokop und seine Gattin Carina begrüßten persönlich die große Schar – auch internationaler - Gäste der Chaîne des Rôtisseurs. Ein wolkenloser Himmel mit strahlendem Sonnenschein beschied uns einen fantastischen Blick über die Dächer Frankfurts, einzigartig in der ganzen Stadt. Wenn erfahrene und engagierte Confrères wie Küchendirektor Klaus Bramkamp und Philippe Genaro ihre Koch-Leidenschaft ausspielen, ein Serviceleiter wie Martinho Vieira mit einem eingespielten Team auftritt dann sind alle Gäste wunderbar umsorgt. Klassiker neu aufgelegt, war das Motto des Abends: Variationen vom Kanadischen Hummer, Geflügel pot au feu mit Entenlebersoufflée, Seezunge Colbert, neue Interpretation vom Rinderfilet Wellington und abschließend eine tolle Kreation von drei Dessertklassikern ließen keine Wünsche offen. Rasch verging die Zeit, die Sonne war inzwischen untergegangen und Frankfurt erstrahlte bei Nacht. Es blieb Bailli Michel Prokop vorbehalten, sich bei den Brigaden aus Küche und Service für diese fantastische und vergnügliche Veranstaltung zu bedanken.

Inthronisation und Vin d’Honneur, 12. Mai 2017:

Der Theatersaal des Hotel Intercontinental war in Gold (amber) und blau getaucht, die Farben wurden auch in den wunderschönen Gestecken der Bühne in blau-rot-gold aufgenommen. Der Einmarsch des Präsidiums und der Baillis erfolgte zu feierlicher Musik. Es war die größte Inthronisations-Feierlichkeit seit langer Zeit. Die Eröffnung und die Ansprache von Benoît Fragnière, Chancelier du Bailliage Suisse, verfolgten alle Anwesenden gebannt. Fragnière nahm die Aufnahme von neuen Mitgliedern in die Confrèrie sowie die Beförderung von langjährigen Mitgliedern auf eine sehr herzliche Art und Weise vor. Nach der feierlichen Zeremonie ging es in den Riverside Raum und auf die angrenzende Terrasse des Hauses. Bei herrlichem Sonnenschein und schmissiger Jazz-Untermalung genossen alle das ‚flying Hessen Food’ an live cooking Stationen von Confrère Klaus Bramkamp und seiner Küchenmannschaft. Der aufmerksame Service, unter Leitung von Serviceleiter Martinho Vieira, sorgte für einen nicht enden wollenden Strom von kulinarischen Verführungen. Bestens gelaunt, genossen die Gäste Champagner und die verschiedensten Köstlichkeiten bis weit in den Nachmittag hinein.

Grand Gala Dîner , 13. Mai 2017:

Einzigartige Sternstunden bereitete uns Confrère Robert Mangold im prunkvollen Festsaal des Gesellschaftshauses Palmengarten in Frankfurt. Nach dem Champagnerempfang betraten wir den wunderschön eingedeckten Festsaal und wurden von den Klängen einer Live-Band begrüßt. In der Küche arbeiteten 2 Küchenteams auf Hochtouren, zum einen als Hausherr 2-Sterne-Koch Andreas Krolik mit seiner Mannschaft und zum anderen Christoph Rainer mit seiner Küchenbrigade aus dem Tigerpalast. Die beiden Ausnahmeköche ergänzten sich wunderbar und haben verschiedene Gänge zu einem besonderen Menü kombiniert. Der Service agierte umsichtig und wurde perfekt von Verena Süssinger geleitet. Die Menükarten für dieses Dîner waren von unserem Partner Graf von Faber-Castell handgeschrieben und werteten somit den Abend abermals auf. Wir genossen ein Menü welches in der Erstellung der einzelnen Gänge an die Grenze des Machbaren reichte. Es ist eine Sache in einem 2-Sterne-Restaurant, mit 30 – 40 Plätzen, für jeden Teller über 20 Arbeitsschritte aufzuwenden – anders sieht die Sache aus wenn von jedem Gang 450 Teller gekocht und arrangiert werden müssen. In fabelhafter Art & Weise wurden uns Gerichte von erlesener Qualität und ausgezeichneter Kochkunst serviert – es war ein denkwürdiges Grand Gala Dîner. Die Auszeichnung „Spitze Feder 2017“, verbunden mit einem Füllfederhalter aus dem Haus Cartier, des Präsidiums übergab Chargé de Presse Heiko Leuchtmann an Inge Stöcker, Vice Chargée de Presse in der Bailliage Franken, für die geleistete Arbeit in der Bailliage.

Klaus Tritschler, Bailli Délégué, und Lutz Heyer, Chancellier, bedankten sich am Ende bei allen Mitarbeitern aus Küche und Servie, viele Erinnerungsgeschenke und Champagnerflaschen von Pommery wechselten den Besitzer. Mit einem großen Blumenstrauß und eine Ehrenurkunde bedankte sich das Präsidium bei Bailli Michel Prokop und seiner Frau Carina für die hervorragende Organisation des gesamten Grand Chapitre.

Nun freuen wir uns alle auf das nächste Grand Chapitre vom 12. bis 15. Oktober 2017 in Düsseldorf und Essen bei Bailli Joachim von Gratkowski.

Texte: Carina Saleck-Prokop, Officier; Isa Pöppinghaus, Officier; Uwe Teske, Officier; Volker Deigendesch, Vice-Chargé de Missions; Heiko Leuchtmann, Chargé de Presse d’Allemagne

Bilder: Bernhard Scheer, Vice-Chargé de Missions; Klaus Butenschön, Ihr Fotograf