In 15 Sekunden in den kulinarischen Himmel

Ein Nikolaus-Dîner über den Dächern Berlins.

Dîner Amical, 09. Dezember 2011: Gerade mal 15 Sekunden braucht ein Lift des Hotels InterContinental, um die Gäste vom Erdgeschoss in die 14. Etage (die eigentlich die dreizehnte ist) zu katapultieren.

Dort in der luftigen Höhe von – geschätzt – 40 m wartet das seit Jahren konstant Michelin-besternte Restaurant „Hugos“ mit seinen drei Fine-Dining-Rooms auf genussvoll eingestimmte Gäste.

 

1957/58 entstand das Hotel unter der Planung der Architekten Pereira & Luckman, Paul Schwebes und Hans Schoszberger mit den seinerzeit immens hohen

Baukosten von 27 Mio. DM, wurde am 28. November 1958 als „Berlin Hilton“ eröffnet und galt damalig als das modernste Hotel Europas. Die markant-charakterische Fassadengestaltung im Schachbrettmuster machte das Haus zu einer weithin sichtbaren Landmarke der Berliner City West und führte u. a. dazu, dass dieses Haus heute unter Denkmalsschutz steht. 1978 wurde das Hotel an die InterContinental Hotels Group verkauft und firmiert seitdem – mit einer kleinen Unterbrechung von zwei Monaten im Frühjahr d. J. – als InterContinental Berlin

Staatsoberhäupter und eine Vielzahl von Prominenten gaben sich in den vergangenen 53 Jahren die Ehre ihres Besuches, und auch noch heutzutage ist die Anziehungskraft dieses Hotels mit seinen 577 Zimmern und Suiten ungebrochen. So ist das Haus in den letzten Jahren traditionell die Heimat des Bundespresseballs im Winter eines jeden Jahres geworden, zuletzt am 25. November 2011 – ein Event, das mit seinen rund 2.500 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur wohl als das hochkarätigste gesellschaftliche Großereignis der Hauptstadt gelten darf.

Für 18:00 Uhr war der Empfang angesetzt, und die über 120 gemeldeten Teilnehmer wurden anstelle des sonst üblichen Champagners mit einem Poiré Granit als Apéritif begrüßt – einem Birnencidre von Eric Bordelet aus den Früchten von bis zu 300 Jahre alten Birnenbäumen, der durch Flaschengärung – ähnlich einem Champagner – erzeugt und durch intensive Fruchtnoten und Süße charakterisiert wurde – bei nur etwa 3,5 % Alkoholgehalt. Eine Besonderheit zweifelsohne, die aber für etliche Consœurs und Confrères sehr ungewöhnlich blieb. Gegen 18:50 Uhr wurde in den Fine-Dining-Bereich des benachbarten eigentlichen Restaurants gebeten.

Alle drei miteinander verbundenen Räume – Hugos East, Hugos South und Hugos West –waren als Einheit geöffnet, und langsam füllten sich die Plätze an den sehr dezent weihnachtlich dekorierten Tischen. Etliche Gäste aus anderen Bailliagen hatte Bailli Thomas Wachs zu begrüßen, darunter vom Präsidium den Chargé de Presse Heiko Leuchtmann aus unserer südlichen Nachbarbailliage Sachsen sowie von der nördlichen den Bailli Erhard Kulosa (der drei Tage zuvor seinen Geburtstag feiern konnte), natürlich jeweils mit ihrer charmanter Begleitung.

Und ein „echtes“ Geburtstagskind gab es zudem – unsere Consœur Renate Klein, die von Herrn Wachs mit einer Flasche edlen Champagners bedacht wurde.

Mit einer (sehr geschmeidig-gefälligen) Gänsestopfleber–Terrine mit Holunder, Quitte, Kardamom und Haselnuss, zu der ein Gläschen roter Portwein (Graham’s) gereicht wurde, begann das Menü, gefolgt vom (knackigen) bretonischen Langostino – gebacken, dreierlei Kürbis, Laos-Pfeffer, Koriander – und einer Jakobsmuschel mit gerauchtem Paprika auf einem süßedominierten Korinthen-Sobrasadasud. Menübegleiter für diese Gänge war ein 2010er Grauburgunder von Jochen Dreissigacker – als Hugos-Edition abgefüllt.

Als Hauptgang, zu dem ein 2009er Lemberger vom Weingut Schnaitmann (ebenfalls Hugos-Edition) gereicht wurde, war die Nantaiser Ente angekündigt, klein, zartfleischig und saftig, konfiert mit Chicorée, Sellerie und winterlichen Gewürzen.

Eine kurze, wie angenehme Unterbrechung waren informierende Worte von unserer Consœur Theophana Prinzessin von Sachsen, die – angesichts der vorweihnachtlichen Zeit – auf ihre Namensvetterin Theophana, Ehefrau von Otto II, und deren Verdienst, die Figur des heiligen Nikolaus in Westeuropa bekannt gemacht zu haben, humorvoll hinwies.

Als letzter Gang wurde das Dessert – Ananas & Kokos (Mousse, Sternanis, Kokosbisquit) – serviert.

Auch einige Ehrungen wurden durchgeführt. So erhielten die Confrères Ekkehard Standke, Giuseppe Perna und Carl-Chr. Blumenthal-Barby ihre Nominations- bzw. Promotionsurkunde zum Chevalier, Maître Restaurateur bzw. Officier.

Abschließend überreichte Bailli Thomas Wachs dem Gastgeber Robert Herr, Generaldirektor des Hauses (und seit Kurzem Maître Hôtelier unserer Bailliage), die „Silbertafel“ für das Dîner – hoch über den Dächern dieser Stadt.

Hotel InterContinental Berlin
Restaurant „Hugos“
Budapester Straße 2
10787 Berlin (Tiergarten)
Tel. 030/26 02 12 63, Fax 030/26 02 12 39
info@hugos-restaurant.de
www.hugos-restaurant.de

 

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