60 ans d’AMITIÉ FRANCO-ALLEMANDE Gemeinschaftsveranstaltung mit der Bailliage de Paris Île de France

Freitag, 16. November 2018 - Bailliage Baden-Schwarzwald


Die Bailliagen Paris et Île de France und Baden-Schwarzwald zelebrierten vom 16. bis 18. November 60 Jahre deutsch-französische Freundschaft in gebührender Weise. Politisch markiert der Elysèe-Vertrag von 1963 den Beginn der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Freundschaftliche Beziehungen gediehen aber spätestens seit 1958, als General de Gaulle den damaligen Bundeskanzler Adenauer in sein privates Domizil in Colombey-les-deux-Églises einlud; etwas, das er nie zuvor mit einem Politiker getan hatte und auch niemals danach wieder tun sollte. Nach Jahrhunderten der Erbfeindschaft und kriegerischer Auseinandersetzungen war dies eine mehr als bemerkenswerte Geste. Wie könnte man diesen großen Schritt angemessener würdigen, als mit gemeinsamem Genuss der französischen Küche und Lebensart. 

Dank des passionierten Einsatzes des neuen Bailli Provincial, Laurent Poultier du Mesnil, durften die Confrères und Consoeurs die Metropole an der Seine von vielen zauberhaften und ungekannten Seiten erleben. Ganz offensichtlich fand die Veranstaltung auch die Billigung des Sonnengottes. So konnten die Teilnehmer Paris mit all seiner Schönheit drei Tage lang bei strahlend blauem Himmel genießen.

Den Auftakt nahmen die Feierlichkeiten am Freitagabend bei einem aufstrebenden Stern, der als Botschafter brasilianischer Küche die französische Fachwelt und Kundschaft begeistert. Ganz brasilianisch empfing der junge und quirlige Raphael Rego sein Gäste in seinem Resaurant OKA mit verschiedenen, eleganten Caipirinhas. Nicht nur dank der guten Mischung war die Stimmung gleich sehr heiter. Mit exotischen Gewürzen und – für Mitteleuropäer – ungewohnten Zutaten zauberte Raphael Rego sechs überragende Gänge. Die Kombination aus Manjok, Marakuja, Süßkartoffeln und vielen anderen Noten mit französischen und südamerikanischen Weinen brachten alle Geschmachsnerven zum Klingen. 

Spätestens nach dem Dîner war klar, warum Raphael Rego vom Guide Michelin zum „Grand de Demin 2019“ gekürt wurde. 2018 kann man ihn aber noch als Geheimtipp ohne Stern erleben. 

Am Samstag wartete Confrère Poultier du Mesnil mit einer weiteren Besonderheit auf, die normal-sterblichen Parisreisenden verborgen bleibt. Zunächst stand eine Führung durch den Palais du Luxembourg auf dem Programm. Der Palast, der für die legendäre Maria de Medici und Heinrich IV. errichtet wurde, ist heute Sitz des französischen Senats und ein Traum für kulturhistorisch interessierte Menschen. 

Im Anschluss an die Besichtigung des altehrwürdigen Gebäudes folgte ein Mittagessen im Restaurant des Senats. Wer mit profanem Kantinenessen für gehetzte Parlamentarier gerechnet hatte, war überrascht. Als Aperitif reichte der Restaurantleiter den Drappier Champagner- den Lieblingschampagner de Gaulles. Und auf diesem Niveau setzte sich das Festmahl fort. Bei vortrefflichen Delikatessen erfolgte eine Einweisung der deutschen Gäste in die höheren Weihen französischer Tischkultur. Z.B. beginnt das Essen nicht mit dem Kommando „bon appetit“, sondern dann wenn die Hausherrin oder der Ehrengast mit dem Essen beginnt. 

Nach drei Gängen und Gesprächen in französisch, deutsch und englisch mit großzügiger Zuhilfenahme der Hände und sonstiger Gebärden waren alle Anwesenden physisch, kulturell und menschlich gestärkt und beschwingt. Nun war auch dem letzten Zweifler klar, dass Gott in Frankreich wohnt; vermutlich im Palais du Luxembourg. 

Der verbleibende Nachmittag stand zur freien Verfügung für Besichtigungen, vorweihnachtliche Einkäufe oder Entspannung. 

Am Abend folgte sodann ein festliches Dîner im Restaurant Lasserre bei dem aus Film und Fernsehen bekannten **Koch Michel Roth. Mit seiner schwarzen und weißen Brigade übertraf er die hohen Erwartungen aller Teilnehmer. Die Tischordnung hatte Confrère Poultier du Mesnil derart brilliant verteilt, dass jeder Gast seinen Horizont mit hochinteressanten Tischnachbarn erweitern konnte. Einer der französischen Confrères trug sogar eine auf die Chaîne adaptierte Fassung des Erlkönigs auf deutsch vor. Wenn nur die Hälfte der an diesem Abend ausgesprochenen Einladungen eingelöst werden, dürfte sich zwischen Paris und dem Südwesten Deutschlands in den kommenden Monaten eine rege Reisetätigkeit entfalten. 

Als würdiger Abschluss folgte am Sonntag ein Mittagessen im Restaurant-Boucherie d’ALEXANDRE POLMARD. Diese Edel-Metzgerei im Herzen der Seine-Metropole befindet sich schon in sechster Generation in der Hand derselben Familie. Dass der Familie ihr Handwerk in Fleisch und Blut übergegangen war, konnten alle Teilnehmer bestätigen. 

Als Resumée lässt sich festhalten: Die deutsch-französische Freundschaft ist eine der größten kulturellen Errungenschaften der Neuzeit. Deren Bestehen verdient jedes Jahr eine gebührend Feier!

Verena Klein, Vice Chargé de Presse und Dr. Oliver Klein, Bailli Baden-Schwarzwald

OKA

1 rue Bertohllet

75005 Paris 

okaparis.fr

Resaurant du Sénat

15ter, rue de Vaugirard

75006 Paris 

Resaurant Lasserre

17 Avenue Franklin Roosevelt

75008 Paris

restaurant-lasserre.com