Französische Klassik in der Düsseldorfer Altstadt

Dîner Amical, 19.09.2026: Als Bailli der Bailliage Nordrhein lud Thomas Hopp zu der Gemeinschaftsveranstaltung der drei Bailliagen Nordrhein, Mittelrhein und Westfalen-Lippe nach Düsseldorf ein.
Der Nachmittag begann mit einem gemeinsamen Besuch der Ausstellung „Franz Marc. Die Suche nach einer besseren Welt“ im Museum K20, am Abend fand das Diner Amical in der Brasserie Stadthaus statt.
Brasserie – bedeutete ursprünglich Brauerei oder Brauhaus. In Düsseldorf denkt man da spontan an Altbier, Holzfassromantik und Haxen. Und ja, ein paar Parallelen gibt es schon: größer als ein Bistro, weniger formell als ein Restaurant, geselliger als ein Café, lebhaft, unkompliziert und mit klassischer Küche.
Aber bei der klassischen Küche, bei Speisen und Getränken, da hört die Gemeinsamkeit schlagartig auf – hier beginnt das französische Terrain, und das mit Stil. Die aufwendig sanierten Räume des früheren, 1710 erbauten Jesuitenkollegs verleihen dem Ganzen eine Bühne, die man in der Altstadt so nicht unbedingt erwartet.
Fast 50 Mitglieder und Freunde der Chaîne versammelten sich im Innenhof zwischen der St. Andreas-Kirche und dem Hotel De Medici – angenehm abgeschirmt und entrückt vom quirlig-hektischen Altstadt-Gewusel drum herum. Der herrliche Spätsommerabend tat sein Übriges.
Passend gereicht dazu wurde der Crémant J. Laurens aus Limoux, der sich als südlich-elegante Alternative zum Champagner zeigte – weicher, fruchtiger, cremiger. Ein kleiner Bruch mit überkommener Tradition - und ein sehr angenehmer. 
Nachdem die Gäste im Restaurant unter Düsseldorfs schönster Kassettendecke Platz genommen hatten, erfolgte die Begrüßung durch Bailli Thomas Hopp als Einladender zusammen mit Mme le Bailli Hon. Ulla Heyder und Bailli Michael Rabe. Zwei weitere Baillis Hon., Günther Naroska und Dr. Joachim von Gratkowski, weilten unter den Gästen, ein Dîner Amical mit insgesamt fünf Baillis – nicht alltäglich.
Maître Rôtisseur Pasquale Kutsch setzte an diesem Abend auf Präzision, gepaart mit feiner Kreativität. Der Auftakt: ein Forellentartar, zitronig und schnörkellos frisch, auf einer angenehm runden Eigelbcreme, dazu der nussige Akzent von Buchweizen, ein klarer, präziser Start – ohne jede Attitüde.
Es folgte ein Knoblauchcrèmesüppchen, das nicht aufdringlich sein musste, um zu wirken. Die Weinbergschnecken-Beignets setzten einen feinen französischen Akzent, ein Augenzwinkern, ohne ins Theatralische abzudriften.
Die Taschenkrebs Ravioli mit geräucherter Tomate brachten eine sorgfältige kreative Note in den Abend – fein gearbeitet, aromatisch stimmig, ein Gang, der zeigte, dass Kreativität nicht laut sein muss.
Der Fasan „Wellington“, alle waren gespannt darauf, zeigte dann das handwerkliche Statement des Menus: aromatisch umhüllt und präzise im goldbraunen Blätterteigmantel gegart, mit einer Madeira-Sauce, die nicht überladen war, und Morcheln, die dem Gericht Tiefe gaben. Kein Showeffekt - solide französische Klassik, einwandfrei gearbeitet, mit einem modernen Touch.
Die Marquise au Chocolat zum Abschluss war dicht, samtig und wohltuend unprätentiös – begleitet von einer cremigen Karamell-Espuma und Brombeere, die das Dessert nicht verkleideten, sondern ergänzten.
Ebenso sorgfältig abgestimmt war die Weinbegleitung, stets im Dienst des jeweiligen Gangs und natürlich durchgehend aus Frankreich, bis auf den Port zum Dessert. Auch hier: Präzision vor Effekthascherei.
Insgesamt ein abgerundetes kulinarisches Erlebnis, klar gearbeitet und handwerklich überzeugend, was auch Bailli Thomas Hopp bei der Ehrung von Küche und Service hervorhob und ausgiebig würdigte.
Ein Abend ohne Schnörkel, dafür mit Haltung – ein wohltuendes Statement französischer Klarheit, die in Erinnerung bleibt.

Text & Fotos: Dr. Heinrich Pröpper – Vice Chargé de Presse

Brasserie Stadthaus
Mühlenstraße 31
40213 Düsseldorf
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